
Aufarbeitung radioaktiver Stoffe | Tätigkeiten
Radioaktive Abfälle in Österreich
In Österreich fallen radioaktive Abfälle bereits seit mehr als 90 Jahren an. Der Umgang mit derartigen Substanzen war zunächst nur auf wenige Forschungsinstitute und Krankenanstalten beschränkt. Dabei wurden die in der Natur vorkommenden Radionuklide konzentriert und in dieser Form untersucht und angewendet. Die aus diesen Prozessen resultierenden Abfallstoffe lagerten über Jahrzehnte an diesen Instituten. Erst in den letzten Jahren wurden solche Abfälle an die zentrale österreichische Sammel-, Verarbeitungs- und Konditionieranlage ins Forschungszentrum Seibersdorf abgeführt.
Waren zunächst die Radiumpräparate kostbare und teure Investitionen für Krankenhäuser, so wurde durch die Nutzung der Kernspaltung der Weg zu billigeren und sichereren Präparaten erschlossen, die somit auch für nicht so wohlhabende Krankenanstalten erhältlich wurden. Darüber hinaus wurden viele weitere Anwendungsgebiete für Radionuklide erschlossen.
In dieser Situation hat das
AIT Austrian Institute of Technology die Aufgabe zur Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle übernommen. 1976 wurde das AIT von der Bundesregierung mit der Errichtung einer Sortier-, Komprimier- und Verbrennungsanlage sowie der Errichtung einer Zwischenlagerstätte für den behandelten Abfall auf dem Gelände des AIT beauftragt.
Derzeit werden pro Jahr etwa 150 m3 niedrig- und mittelaktive Abfälle aus den Bereichen Spitäler, Forschung und Industrie an die NES abgeliefert. Diese Abfälle können gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nicht mit dem Hausmüll, aber auch nicht als Sonderabfall verarbeitet und beseitigt werden. Zu ihrer Handhabung sind besondere Maßnahmen erforderlich.
| Kontakt: | |
Christoph Joachim Laßerus | |
Ing. Josef Tauber | |
Christoph Joachim Laßerus | |
Ing. Christian Lechner | |
Ing. Christian Lechner | |
DI Dr. Andreas Vesely | |
Gerhard Stolba | |
DI Dr. Andreas Vesely |
Transport radioaktiver Stoffe
Siehe dazu
Produkte & Dienstleistungen.
Behandlung und Konditionierung radioaktiver Stoffe
Siehe dazu
Produkte & Dienstleistungen.
Abklingabfälle
Freimessung / Fassmessung
Durch Freigabemessungen (so genannte „Freimessungen“) können, bei nachgewiesener Unterschreitung behördlich festgelegter Grenzwerte, Reststoffe aus dem Geltungsbereich des österreichischen Strahlenschutzgesetzes entlassen werden.
Verwendet wird hierbei unter anderem, neben einer händischen Oberflächenmessung mittels Kontaminationsmonitor, eine
Freimessanlage.
Strahlenschutz
Für die Einhaltung der in der österreichischen Strahlenschutzverordnung festgelegten Grenzwerte für strahlenexponierte Personen (eigene Mitarbeiter) als auch der Allgemeinbevölkerung (Fremdpersonal) ist eine strikte Überwachung unumgänglich. Diese umfasst die Bestimmung und Registrierung von Dosiswerten ebenso wie die Gewährleistung der Kontaminationsfreiheit von Arbeitsplätzen. Für Erstere stehen elektronische Dosimeter zur Verfügung. Die Kontaminationskontrolle der Arbeitsflächen wird durch regelmäßige Wischprobennahme sichergestellt. Eine weitere wichtige Maßnahme zur Vermeidung von Inkorporationen radioaktiver Substanzen ist die Raumluft-Überwachung der unterschiedlichen Arbeitsplätze mittels Aerosolmonitoren.
Schließlich sind strenge Emissionsgrenzwerte für Aktivitäts-Abgaben aus den radioaktiven Laboratorien einzuhalten.
Die für diese Tätigkeiten zur Verfügung stehenden
Messgeräte.
Chemische und radiochemische Analytik
Siehe dazu
Anlagen & Einrichtungen.
Weiters werden in der Analytik auch die Analysen für den internen Strahlenschutz (siehe oben) durchgeführt.
Für die Annahme der radioaktiven Abfälle sowie die Verarbeitungsschritte bis zum endlagerfähigen Gebinde müssen eine Vielzahl von Parametern ermittelt werden, ebenso ist umfassend darüber Dokumentation zu führen.
Für die Entlassung von Gegenständen aus der atomrechtlichen Genehmigung wie sie beispielsweise beim Rückbau von Kontrollbereichen anfallen, muss in einem Freigabeverfahren nachgewiesen werden, dass die nuklidspezifischen Grenzwerte der österreichischen Strahlenschutzverordnung eingehalten werden. Die Ermittlung der für die Freimessung erforderlichen Nuklidvektoren fällt in den Bereich der Analytik.
Das vielfältige Aufgabengebiet der Analytik umfasst folgende Bereich:
- Probenmessung interner Strahlenschutz
- Eingangs- und Produktkontrolle radioaktiver Abfälle
- InSitu-Gammaspektrometrie
- Erstellung / Überprüfung von Nuklidvektoren für die Freigabemessung
Sonderprojekte
- Thermal, Structural, and Radiological Properties of Irradiated Graphite from the ASTRA Research Reactor
Implications for Disposal
Dusan Lexa, Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH, Austria & A.Jeremy Kropf, Argonne National Laboratory, USA. Siehe Poster:
Poster - Download (1 MB)
Diplomarbeiten & Dissertationen
- Michael Dauke: Investigation of the Wigner Energy in the Inner Thermal Graphite Column of the ASTRA Reactor Seibersdorf, TU-Wien (2005)



Christoph Joachim Laßerus